Der schlimmste Film im Bärenrennen: Meine Frau weint

Der schlimmste Film im Bärenrennen: Meine Frau weint
Wir hatten uns so gefreut auf die Berlinale, erwarteten Tiefgang, Kunst, die große Geste. Stattdessen saßen wir da, eingeklemmt zwischen Kunstpelzmänteln und intellektuellen Seufzern, und starrten auf eine Leinwand, die ein Desaster nach dem anderen zeigte. Jeder Schnitt ein Schlag, jeder Dialog eine Ohrfeige für den guten Geschmack. Die Kameraführung wirkte wie von einem Eichhörnchen im Rausch, die Story – wenn man sie überhaupt so nennen konnte – ein Flickenteppich aus Klischees und Langeweile. Nach gefühlten drei Stunden, die sich eher wie eine Ewigkeit anfühlten, spürte ich, wie meine Frau neben mir zitterte. Ein leises Schluchzen. Sie weinte. Nicht aus Trauer, nicht aus Rührung, sondern aus schierer Verzweiflung über die verschwendete Zeit, über die absurde Dreistigkeit, so etwas im renommierten „Bärenrennen“ zu präsentieren. Ihre Tränen waren das lauteste Urteil über einen Film, der nicht nur der schlechteste des Festivals war, sondern eine Beleidigung für die Filmkunst selbst. Ein filmischer Unfall, der sich tief in unser Gedächtnis gebrannt hat – als Mahnmal für alles, was man im Kino nicht tun sollte. Und als stummer Schrei gegen die Leere auf der Leinwand.